Nur eine ganz kleine Erpressung - Teil 1

Henrik Schneider war zum Leidwesen seiner Lehrer und seiner Eltern kein strebsamer Schüler. Doch bei Dingen, die ihm wichtig waren, änderte sich das. Er war begeisterter Fußballer und brannte für seine Musikband. Hier entwickelte er all den Einsatz und die Hartnäckigkeit, die sein Vater von ihm in den ernsten Dingen des Lebens forderte. Er trainierte härter als alle anderen im Fußballverein, lief jeden morgen vor der Schule 10 km, besuchte dreimal in der Woche den Kraftraum des Sportvereins, alles neben dem normalen Training. Im Spiel war er der Antreiber seiner Mannschaft. Wenn sie zurück lagen und ein Spiel schon abgeschrieben hatten, war es Henrik, der alle anschrie und nach vorne peitschte und mit jeder Sehne seines Körpers um den Sieg kämpfte. Er war auch die treibende Kraft in seiner Band, der auf regelmäßiges Üben bestand und alle erst dann heimgehen ließ, wenn ein neuer Song wirklich rund lief.

Für Fußball und Musik brauch man keine Schule, war ein fester Glaubenssatz von Henrik. Einzig die Abhängigkeit von seinem Vater hielt ihn in nach der zehnten Klasse in der Schule. Sein Vater hatte ihm gedroht, bei frühzeitigem Ausstieg aus der Schule ihn in eine Banklehre zu stecken. Der Deal lautete, dass Henrik sein Abitur machen sollte und dafür dann Sport studieren konnte.

Doch nun, zum Ende des zwölften Schuljahres, stand seine Versetzung auf der Kippe. Sein Vater würde ihm nie eine zweite Runde zugestehen, zu offensichtlich wäre die Ursache für schlechte Noten nicht mangelnde Intelligenz sondern mangelnder Einsatz. Um das Leben führen zu können, das ihm vorschwebte, das einzige, das er sich vorstellen konnte, musste er die Versetzung schaffen. Er und arbeiten in einer Bank! Im Anzug hinterm Schreibtisch. Nie und nimmer!

Der Knackpunkt war Chemie. Hier trafen seine Lernlücken aufeinander: schlechte Beherrschung der Mathematik, geringes Grundwissen in Physik und kaum Grundlagen in der einfachen Chemie. Und überdies: Dr. Breuer!

Unter den Schülern war eines unstrittig: der strengste, unnachgiebigste und unnahbarste Lehrer an der ganzen Schule war Dr. Breuer. Wenige Jahre vor der Pension war er auch im Lehrerkollegium unangreifbar und schien sich der Mission verschrieben zu haben, entgegen dem Zeitgeist und der allgemeinen Verlotterung die Tugenden Disziplin, Fleiß und Leistung hochzuhalten. In seinen Unterrichtsstunden war es mucksmäuschenstill, kein Schüler riskierte einen Anpfiff, der sich später auf seine Note auswirken würde. Wer zu spät kam, wer nicht aufpasste, wer seine Hausaufgaben nicht machte, wer kein Interesse an dem Unterrichtsstoff zeigte, hatte bei Dr. Breuer nichts zu lachen. Und alle Sünden vereinigte Henrik Schneider in sich.

Nun war es bildlich nicht mehr fünf vor zwölf sonder zwei nach. Die ersten beiden Klausuren hatte Henrik gerade so mit 5 Punkten überstanden. Nun stand die dritte und letzte dieses Halbjahres an. Und Henrik war sich sicher, ohne ein Wunder würde er bei dem aktuellen Stoff nie 5 Punkte erreichen. Und dass Dr. Breuer damit seine Endnote unter 5 Punkte setzen würde, war sicher. Dies war der letzte Lehrer, der sich überreden ließ, Nachsicht zu üben und einem Schüler nicht die Zukunft zu verbauen. Keinem Schüler im allgemeinem, und schon gar nicht einem faulen Sportler wie Henrik Schneider.

Seit Tagen kreisten nun Henriks Gedanken um das benötigte Wunder. Er hatte keine Chance, sich durch einen intensiven Einsatz noch kurzfristig den Stoff anzueignen. Zu groß waren seine Lücken. Spicken in der Klausur war bei Dr. Breuer unmöglich und würde zu einem sicheren Verweis aus dem Kurs führen. Henrik kam zu dem Schluss, dass er nur eine Chance hatte: er musste die Klausuraufgaben im Vorhinein herausfinden. Dann hätte er mit Hilfe seiner Freunde die Möglichkeit, die Antworten zu finden und zu pauken. Natürlich wäre er nicht so dumm, eine Weltklasse-Arbeit abzugeben. Das würde nur großes Misstrauen erwecken. Grundsolide 6 oder 7 Punkte würden ihm voll reichen. Nur an die Aufgaben musste er kommen!

Die Idee, die Aufgaben aus dem schuleigenen Kopierraum entwenden zu können, musste er bald fallenlassen. Einige Nachfragen hatten erbracht, das Dr. Breuer seine Klausuren immer persönlich zum Kopieren brachte und auch gleich wieder mitnahm. Der einzige Weg zu den Aufgaben führte in das Büro von Dr. Breuer!

Die Vorstellung, eventuell bei einem Einbruch in das Breuer Büro erwischt zu werden, ließ Henrik, den wenig im Leben schreckte, ganz schwach werden. Das wäre mit Sicherheit das Ende seiner Schullaufbahn. Er musste es einfach geschickt anstellen! Über einen Freund, der als Handwerker häufig in der Schule kleine Arbeiten ausführte, konnte er sich eine Kopie des Hauptschlüssels besorgen. Damit wäre der Weg in den Raum frei. Ein Kumpel aus der Fußballmannschaft demonstrierte und übte mit ihm, wie man mit kleinem Werkzeug Schlösser von Schreibtischen und Rollcontainer öffnete. Lange hatte er überlegt, ob er einen Freund bitten sollte, am entscheidenden Tag vor dem Büro Schmiere zu stehen. Ihm schien aber die Gefahr zu groß, dass dies eher Aufmerksamkeit wecken konnte und er wollte auch den Kreis der Mitwisser klein halten.

An einem Freitagnachmittag war es soweit. Es war eine Lehrerkonferenz angesetzt, an der auch Dr. Breuer teilnehmen würde. Damit wäre das Büro frei und auch sonst kein Lehrer unterwegs. Henrik wartete, bis die Konferenz begonnen hatte. Dann verließ er die Toilette, in der er sich nach Schulschluss versteckt hatte und schlich durch die Flure an die Tür von Dr. Breuer. Aufgeregt und mit schwitzenden Händen steckte er den nachgemachten Schlüssel in das Türschloss. Zu seiner großen Erleichterung öffnete sich die Tür. Er war drin! Der Raum war nicht sehr groß. Zwei Wände waren mit Regalen versehen, beide voll mit Büchern. An der Rückwand standen ein ca. 1m breiter Schrank, eine Garderobe und ein Waschbecken mit einem kleinen Spiegel. Vor der Rückwand thronte ein sehr breiter Schreibtisch, auf dem mehrere Stapel von Papieren und zwei offene Bücher lagen. Wo befand sich nun die Klausur?

Henrik näherte sich vorsichtig dem Schreibtisch. Nur keine Spuren hinterlassen. Er betrachte sich die offenen Bücher. Eines war ein Geschichtsbuch, Dr. Breuers zweites Unterrichtsfach. Das andere zeigte mathematische Formeln. Das ließ nichts Gutes erhoffen. Die Papierstapel enthielten viele handgeschriebenen Zettel, Zeitungsausschnitte, Blöcke. Aber kein Stapel ordentlicher Kopien, den gesuchten Klausurkopien. So einfach sollte es wohl nicht sein. Der Schreibtisch hatte zwei Säulen mit Türen sowie eine breite Schublade. Alle drei waren verschlossen. Natürlich.

Henrik griff in seine Hosentasche und zog einen Dietrich heraus. Nun kam es darauf an, dass er die Schlösser auf bekam, ohne Spuren eines Eindringens zu hinterlassen. Henrik kniete sich vor den Schreibtisch und betrachte sich das erste Schloss sehr genau. Da hörte er Schritte auf dem Flur. Er hielt inne. Die Schritte kamen näher und hielten exakt vor dem Büro. Verfluchte Scheiße, dachte Henrik. Jetzt ist alles aus!

Hektisch schaute er nach links und rechts. Da hörte er schon vor der Tür Schlüssel klappern. Der Schrank! Fast schon panisch schritt er leise auf den Schrank zu und öffnete die linke Tür: Eine ganze Reihe von Regalböden mit Aktenordnern! Die rechte Tür: aufatmen! Ein weit oben angebrachter Regalboden beherbergte weitere Ordner. Doch unterhalb des Bodens hing nur eine Kleiderstange mit einem leeren Bügel. Der Rest der Schrankhälfte war leer. Schnell schlüpfte Henrik hinein und zog die Tür hinter sich zu.

Er konnte gerade aufrecht stehen und spürte an den Haarspitzen die Kleiderstange. Er drehte sich vorsichtig um. Die Tür hatte Lamellen, durch die er nun angespannt starrte. Was wenn Dr. Breuer zielstrebig auf den Schrank zugehen und ihn öffnen würde? Henrik wurde elend. Er hörte einen Schlüssel in das Türschloss fahren und dieses sich bewegen. Kurz stockte der Schlüssel, dann drehte er sich wieder, scheinbar in die andere Richtung.

Er hatte vergessen, die Tür wieder abzuschließen! Da öffnete sich die Tür, ganz langsam. Henrik spürte die Anspannung in jeder Nervenzelle. Umso größer war seine Überraschung, dass es nicht Dr. Breuer war, der den Raum betrat. Herein kam Regina Weber, ihres Zeichens Jahrgangsbeste und für viele auch Jahrgang-hübscheste. Sie schaffte das unmögliche und vereinte die Leistungen einer Streberin mit dem Aussehen und Auftreten einer Schönheit. In Amerika wäre sie bestimmt die Anführerin der Cheerleader gewesen. Voller Erstaunen beobachtete Henrik wie Regina den Raum betrat, bedacht leise auftrat, die Tür schloss und auch wieder mit dem Schüssel absperrte. Sie vergaß es nicht! Aber was wollte Regina in dem Büro von Dr. Breuer?

Regina war gekleidet, wie er sie morgens in der Cafeteria gesehen hatte: einen weißen kurzen Rock, nicht ganz Mini, aber für die Schule eigentlich schon zu kurz. Darüber eine weiße Bluse und ein rotes Halstuch, das den offen stehenden Halsausschnitt verdeckte. Zum Leidwesen der männlichen Mitschüler, die gerne einen Blick in den Ausschnitt geworfen hätten. Zumal offensichtlich war, dass Regina nicht zu den Schülerinnen gehörte, die ihre Oberweite noch entwickeln mussten. In Verbindung mit ihren langen, gelockten, dunkelbraunen Haaren war dies ein echter Anblick! Henrik knirschte immer etwas mit den Zähnen, wenn er gestand, das Regina einfach super aussah und sich mal wieder mit dem besten Outfit präsentierte. Er mochte Regina nicht, seitdem sie ihn mehrfach als "prolligen Bolzer" und "Musiker ohne Hirn und Talent" bezeichnet hatte. Mitten unter allen Leuten, nur weil er sie mit ihren Supernoten aufgezogen hatte. Seit diesem Zusammenstoß gingen sich die beiden aus dem Weg. Und trafen nun hier aufeinander?!

Henrik hielt immer noch die Luft an. Auch wenn ihm unklar war, was Regina Weber hier suchte, klar war, das es für ihn deutlich sicherer war, wenn sie seine Anwesenheit nicht bemerkte. Regina betrachte den ganzen Raum und schritt ihn vorsichtig ab. Dann beugte auch sie sich über die Bücher. Leise fluchte sie: "Reaktionszeiten Berechnungen. Verflucht." Vorsichtig strichen ihre Finger durch die Papierstapel. Sie schienen nichts zu beinhalten, was ihr interessant erschien. Vorsichtig rüttelte sie an den Schreibtischtüren und stellte wiederum fest, dass diese verschlossen waren. Soweit war ich auch schon, dachte Henrik.

Fast hätte er vor Überraschung aufgeschrien, als er beobachtete, wie nun Regina eine Haarklammer aus ihren Lockenkopf zog und in ein Türschloss einführte. Bewundernd sah er, wie sich ihre Hand mehrfach drehte, dann hörte er einen leisen Knick und die Tür des Schreibtisches öffnete sich. Er konnte aber aus seiner Position nicht sehen, was sich im Inneren verbarg, da Regina direkt davor kniete. Er war schon in der Versuchung, aus seinem Versteck herauszukommen, da Reginas Verhalten ganz offensichtlich auch nicht koscher war. Da hörte er wieder Schritte auf dem Flur und hielt seinem Atem an. Auch Regina erstarrte. Die Schritte kamen näher. Schnell schob Regina die Schreibtischtür zu, starrte auf die Bürotür und blickte dann hektisch durch den Raum. Henrik hatte ein Déjà-vu-Erlebnis. Die Schritte blieben ganz offensichtlich vor der Bürotür stehen. Da riss Regina die Schranktür auf. Es ließ sich wohl nicht klären, wer in diesem Moment mehr erschrak. Henrik, der entdeckt wurde und sich seines Versteckes beraubt sah. Oder Regina, die in Panik war und hinter der Schranktür vieles vermutet hätte, aber nicht einen Mitschüler!

Schon hörten beide, wie ein Schlüssel in das Schloss der Bürotür geschoben wurde. Pure Panik umschreibt am besten, was beide verspürten. Was nur tun? Ein metallenes Geräusch zeigte, dass der Türgriff gesenkt wurde. Da drehte sich Regina wieselflink zur Bürotür, schob sich rückwärts in den Schrank, drückte Henrik an die Rückwand und zog die Tür zu. Keine Sekunde zu früh. Über die Schulter von Regina konnte Henrik gerade noch durch einen Schlitz sehen, wie Dr. Breuer den Raum betrat.

"Wie konnte ich das nur vergessen", murmelte Dr. Breuer vor sich hin und schloss die Tür. Er trat auf seinen Schreibtisch zu und streifte sein Jackett ab.

Oh Gott, er wird die Jacke doch nicht in den Schrank hängen wollen, dachte Henrik verzweifelt. Doch er hörte nur, wie der Schreibtischstuhl bewegt wurde, sehen konnte er hinter Regina stehend nichts. Vermutlich setzte sich Dr. Breuer an seinen Schreibtisch und hatte vielleicht die Jacke über die Stuhllehne gehängt.

Henriks Gedanken rasten. Scheinbar hatte Dr. Breuer nicht nur etwas vergessen, was er gleich ergreifen konnte, um sofort wieder aus dem Zimmer zu treten. Er blieb offensichtlich länger. Wie lange? Was, wenn er etwas suchte, was er in dem Schrank aufbewahrte? Würde er den Schrank öffnen, um den Schrecken seines Lebens zu erfahren? Wie lange konnten sich zwei Menschen in diesem Schrank verstecken, bevor ihre Geräusche sie verrieten? Er versuchte, so flach wie möglich zu atmen, sein Sporttraining half ihm hierbei. Auch Regina schien bemüht, kein Geräusch zu machen.

Erst mit dem Nachlassen der ersten Schrecksekunden wurde beiden die Situation bewusster. Eng aneinander gedrängt standen sie in der knapp 60 * 60 cm großen Schrankhälfte, Henrik ganz an die Schrankwand gedrückt, Regina dicht an ihn gepresst mit nur wenigen Zentimetern Spielraum zur Schranktür.

Zunehmend wurde sie sich der körperlichen Nähe zu Henrik bewusst. Nur zu gerne wäre sie nach vorne ausgewichen und hätte sich größeren Abstand verschafft. Aber sie hatte große Angst, sie könnte die Tür zum Klappern bringen und damit Dr. Breuers Aufmerksamkeit wecken. Sie hatte immer noch nicht ihren Schrecken überwunden, dass im Schrank ein Schüler stand. Der live mitbekam, dass sie in ein Lehrerbüro eingedrungen war. Und ausgerechnet dieser Henrik, den sie für einen faulen, ungehobelten Kerl hielt und der sie immer wieder provoziert hatte.

Und dann die Angst, von Dr. Breuer erwischt zu werden. Keine Frage, in ein Lehrerzimmer einzudringen, würde nicht als Kavaliersdelikt eingestuft werden. Sie würde alle ihre Träume von einem Stipendium und einem Studium an einer amerikanischen Eliteuniversität vergessen können. Sicherlich wäre auch nicht hilfreich, wenn man sie, die Vorzeigeschülerin, mit einem Schüler, der weitläufig als Problemfall galt, gemeinsam, noch dazu in einem Schrank eingepfercht, erwischen würde.

Henrik versuchte, seine Gedanken zu ordnen. Ein Teil seines Gehirns wiederholte immer wieder die Frage, wie das so schief laufen konnte. Warum kam Dr. Breuer zurück und war nicht in der Konferenz? Hätte er doch besser jemand Schmiere stehen lassen! Und wie konnte es dazu kommen, dass auch noch Regina Weber in das Büro einbrach? Das war eine weitere Frage, die einen guten Teil seines Gehirns beschäftigte? Was wollte Regina hier? Miss Superschlau und Superfleißig? Die mit all ihren Einsen ihr Zimmer tapezieren konnte? Und was würde ihnen beiden blühen, wenn Dr. Breuer doch noch in den Schrank schauen würde oder sie beide hinausfielen?

Henrik riss sich zusammen und spornte sich an, seine Gedanken zu fokussieren. Wenn ein Spiel in einer kritischen Phase war, durfte man auch nicht in Panik verfallen, sondern musste den Kopf klar machen, um die richtige Taktik zu entwerfen. In dieser Situation war es spontan unerheblich, ob sein Plan schlecht gewesen war oder er nur absolutes Pech hatte. Es war auch unerheblich, was Regina in das Büro und letztlich in den Schrank geführt hatte. Einzig wichtig war, dass er sauber aus dieser Situation herauskam. Dr. Breuer durfte einfach nicht merken, dass sie in dem Schrank standen. Egal, wie lange er an seinem Schreibtisch sitzen würde. Sobald er das Büro verlassen würde, würde Henrik sich weitere Gedanken machen können.

Die Minuten verstrichen. Dr. Breuer schien Papiere zusammenzusuchen und sich Notizen zu machen und tippelte dabei etwas nervös mit den Fingern auf die Tischplatte. Je länger die Situation andauerte, ohne dass sie entdeckt wurden, desto mehr entspannte Henrik. Seine Kaltschnäuzigkeit kehrte zurück. Er kannte dieses Moment aus dem Fußball. Wenn eine Gegenmannschaft eine sehr starke Phase hatte und man gewaltig unter Druck stand, die Gegenmannschaft das aber nicht in zählbare Tore umsetzen konnte, spürte man Hoffnung aufkeimen. Die immer stärker wurde und dann das Spiel zum kippen bringen konnte. So fühlte er sich zunehmend. Er würde nicht verlieren. Er war in der stärkeren Position. Der Gegner wusste nicht, dass er hier lauerte.

Damit wurden Henriks Gedanken freier. Er konnte mehr darauf achten, dass er mit Regina in einem Schrank eingesperrt war. Eng aneinander gepresst. Mit der attraktiven, super-hübschen Regina. In dem aufreizenden Outfit. Dieselbe Regina, die ihm nie eines Blickes würdigen würde und ihn gern vor allen Leuten zum Narren hielt.

Vorsichtig aber bestimmt stemmt sich Henrik etwas gegen die Schrankwand und Reginas Körper entgegen. Regina spannte sich an. Sie schien abzuwarten, ob Henrik eine neue, bequemere Körperhaltung suchte. Dann schob sie ihn mit ihrem Rücken zurück. Henrik hielt dagegen. Angenehm drückte sich ihre Körper gegen seinen Bauch und Unterleib. Sie schob noch stärker, was sein Vergnügen noch steigerte. Er konnte geradezu spüren, wie Ärger in Regina aufstieg und sie ihm gerne was an den Kopf werfen würde. Aber mit Dr. Breuer wenige Zentimeter vor ihnen sitzend, konnte sie nichts tun.

Henrik schossen freche Gedanken durch den Kopf. Sicherlich stand er hier vor einer großen Gefahr und der Ärger, den er sich mit der Schule und vor allem seinem Vater einfangen würde, sollte Dr. Breuer sie entdecken, war nicht auszumalen. Aber noch sicherer war, dass die Situation für Regina viel bedrohlicher war. Sollte sie keine überraschende Erklärung parat haben, würde sie aus dem Status der Jahrgangsbesten und Vorzeigeschülerin in den Status einer Geschassten und von der Schule Verwiesenen fallen. Ihr drohte der absolute Supergau! Sie konnte alles verlieren und durfte auf keinen Fall riskieren, erwischt zu werden.

Henrik hielt seinen Druck gegen Reginas Körper aufrecht und schob seine Hände auf ihre Hüften. Eine Millisekunde später spürte er, wie Regina versuchte, seine Hände wieder weg zuschieben. Er verstärke seinen Griff und hielt sich an ihrem Becken fest. Dann zog er Regina an sich ran. Die wenigen Zentimeter Luft zwischen ihnen, die sie noch durch ihre Körperspannung aufrechterhalten hatten, lösten sich auf. Er rieb seinen Unterkörper an ihren Hintern. Henrik spürte, wie sein Glied sich versteifte.

Regina spürte dies auch. Zunächst voller Erstaunen, dann mit einer Mischung aus Panik und Ärger fühlte sie, wie sich eindeutig eine dicke Wulst an ihren Po drückte, sich nun an ihr hin und her rieb. Der Ärger steigerte sich zur Wut. Diese ganze Situation machte sie wütend und zornig. Nicht nur, dass sie kurz vor der Entdeckung in einem Schrank im Lehrerzimmer stand, mit all den Konsequenzen, die das verursachen würde. Sie war auch noch mit einem der unsympathischsten Mitschüler eingesperrt! Und dieser besaß die Frechheit, die Situation auszunutzen und sie zu befummeln!

Sie lief puterrot an und hätte am liebsten Henrik zusammengeschrien. Aber sie konnte nicht! Vielmehr sah sie sich gezwungen, trotz Zorn ihren Atem flach zu halten. Schon ein lautes Keuchen könnte Dr. Breuer aufschrecken. Fieberhaft suchte sie nach einem Mittel, sich zu verteidigen. Sie ergriff Henriks Hände und versuchte sie, mit festem Druck von ihrer Hüfte zu schieben. Gleichzeitig drückte sie ihre Ellenbogen nach hinten. Doch sie spürte, wie er seine Hände mit Kraft in ihre Hüften krallte, so dass es schon wehtat.

Dann klopfte seine rechte Faust betont aber nicht hart gegen ihren Oberarm. Ihr war klar, er wollte nicht, dass sie vor Schmerz aufgeschrien hätte, schien ihr aber ein Signal senden zu wollen. Wenige Zentimeter vor ihren Augen, direkt an der Schranktür, schob sich sein Zeigefinger in ihr Sichtfeld und schwenkte hin und her. Eine Geste, die eindeutig ein "Nein" signalisierte. Dann reckte Henrik den Zeigefinger zweimal in die Höhe, wie um ein Ausrufezeichen zu setzen. Regina beobachte, wie der Finger eine Figur zeichnete, konnte es aber aus dem engen Abstand nicht erkennen. Sie klopfte Henrik auf die linke Hand, in der Hoffnung, er verstand die Aufforderung, das Zeichen zu wiederholen. Wieder bewegte sich der Finger und nun erkannte sie klar ein Fragezeichen. Ob sie verstanden habe, war wohl die Frage. Regina hätte sich gerne umgedreht, um ihn zu schlagen, oder ihn gegen das Schienbein zu treten. Ihr ganzer Körper bebte vor Wut. Was bildete sich der Kerl nur ein?

Da spürte sie, wie Henriks rechte Hand ihr Kinn ergriff. Leicht führte die Hand ihr Gesicht zu einer links-rechts Bewegung, dann zu einer auf-ab. Er wartete auf ihre Antwort. Für einen kurzen Augenblick neigte Regina dazu, die schreckliche Situation aufzulösen und aus dem Schrank zu treten, das würde sie zwar in die Tiefe reißen, aber Henrik eben mit! Doch dann sah sie mit Schrecken, wie seine andere Hand sich direkt vor ihrem Gesicht auf die Tür legte und ansetzte, diese aufzudrücken. Da lief in einer Sekunde vor ihren Augen ein Film ab, der all ihre Mühen in den letzten beiden Jahren, Bilder von ihr an einer Spitzenuniversität in den USA, sowie ihre Fantasie von einem großen Büro mit ihrem Namen an der Tür beinhaltete. Langsam aber deutlich nickte sie in Henriks Hand hinein.

Erleichtert sah Regina, wie die linke Hand von der Schranktür zurückwich und sich aus ihrem Sichtfeld senkte. Die rechte Hand strich ihr über die Wange und glitt auch wieder nach unten. Um kurz darauf über ihren Bauch zu streichen und sich zielsicher auf ihre rechte Brust zu legen. Regina verkrampfte innerlich und ihr Ärger schwoll weiter an. Aber was sollte sie tun?

Henriks Erregung steigerte sich. Es schien ihm gelungen, Regina ihre Situation klarzumachen. Sie wehrte sich nicht. Er musste aufpassen, nun nicht die Kontrolle zu verlieren und unvorsichtigerweise doch noch Dr. Breuer aufzuschrecken. Mutig legte er seine rechte Hand auf ihre Brust. Ein wundervolles Gefühl von weicher Struktur unter seiner Hand und vom Berühren verbotenen Landes durchströmte ihn. Wie häufig hatte er Reginas Kurven bewundert und nie gedacht, sie jemals berühren zu können.

Er ließ seine Hand über ihren Busen kreisen, berührte beide Brüste, drückte sie leicht und suchte durch den Stoff ihre Brustwarzen. Dann begann er, mit einer Hand ihre Bluse straff zu halten und mit der anderen einige Knöpfe zu öffnen. Er spürte, wie Regina sich noch mehr anspannte, aber er ließ sich nicht aufhalten. Endlich konnte er seine Hand in ihre Bluse schieben. Ihre Haut fühlte sich wunderbar zart an. Er strich über ihren BH und genoss es, seine Fingerspitzen über die freien Flächen der Brüste streichen zu lassen. Dann schob er seine Hand in den BH und umschloss eine Brust. Das Gefühl war einfach gigantisch. Er drückte leicht die weiche, fleischige Masse in seinen Fingern. Er drückte gegen den BH und schob seine Hand nach unten, somit verschob er ihn ausreichend, dass Reginas linke Brust frei hing. Nun strich er mehrfach über ihren Nippel und rollte ihn vorsichtig zwischen seinen Fingern.

Von alldem schien Dr. Breuer nichts mitzubekommen. Sie hörten ihn weiterhin leise vor sich hin grummeln, immer wieder zwischen Papieren raschelnd und etwas schreibend. Henrik hatte aber auch Schwierigkeiten, auf ihn zu lauschen. Zu sehr war er auf Regina, ihren Körper und die berauschende Erfahrung, diesen zu berühren, konzentriert. Reginas Gedanken rasten. Wie kam sie nur aus dieser Situation heraus? Wie konnte sie diesem Macho-Arschloch hinter ihr Einhalt bieten, so dass er seine Hände von ihren Brüsten nahm! Entschlossen suchte ihre rechte Hand seine Hand, hielt sie am Handgelenk fest und führte sie zu ihrem Gesicht.

Überrascht wartete Henrik ab, was sie vorhatte. Sie ließ seine Finger über ihren Mund streichen. Dann spürte er, wie ihr Mund sich öffnete und zwei Finger mit den Lippen einfing. Jetzt wird es interessant, dachte er. Um eine halbe Sekunde später fast vor Schmerz aufzuschreien. Die blöde Kuh biss in seine Finger!

Nach dem der erste Schreck nachließ, war Henrik sich sicher, dass sie niemals mit aller Kraft zubiss. Zu seinem Glück, dann wären die Finger wohl ab gewesen. Aber dann hätte er auch geschrien wie am Spieß und Dr. Breuer hätte sie entdeckt. Es war offensichtlich, dass Regina dies nicht riskieren wollte, ihm aber eine deutliche Warnung schickte. Doch sie erzielte bei ihm eher eine entgegengesetzte Reaktion.

"Na warte", dachte er, "Du triezt mich nicht, Du nicht" schoss ihm durch den Kopf. Seine linke Hand schoss von der Hüfte nach oben und legte sich auf die freigelegte Brust. Sein Daumen und Zeigefinger umschlossen den Nippel und die Fingernägel krallten sich tief hinein. Regina dachte, jemand würde ihr eine Nadel durch die Brustwarze stechen. Schmerzverzerrt verzog sie die Mundwinkel und zog tief die Luft ein. Ob des Zischlautes erstarrten beide in ihrer Bewegung. Jegliche Geräusche vor der Schranktür hatten aufgehört. Dr. Breuer schien zu lauschen!

Henrik hielt die Luft an, während Regina mit aller Gewalt versuchte, das schmerzhafte Gefühl in ihrer Brustwarze zu ignorieren. Dann hörten sie ein leichtes "hmmm" und das Rascheln von Papier. Dr. Breuer schien seine Arbeit wieder aufgenommen zu haben. Henrik ließ Reginas Brust los. Seine Finger glitten aus ihrem Mund. Er spürte, wie sie immer noch in tiefen Zügen ein- und ausatmete. Henrik überlegte kurz. Sollte er sich besser zurücknehmen und nur schauen, dass er heil aus dieser Situation herauskam? Aber die Versuchung, Regina ihr arrogantes Verhalten zurückzuzahlen, der Rausch der erlebten Macht über sie und sein pulsierende Organ in der Hose sprachen dagegen. Er musste sicherstellen, dass sie verstanden hatte, wer Sieger dieser kleinen Auseinandersetzung war. Er ließ seine rechte Hand wieder zu ihrem Gesicht gleiten und schob dieselben zwei Finger in ihren Mund und legte sie auf ihre untere Zahnreihe.

Regina verstand. Sie hatte die Wahl. Sie konnte nun zubeißen. So fest wie sie nur wollte. So fest, dass Henrik es für immer bereuen würde. Und sie auch. Weil der folgend Tumult sie aus dem Schrank, aus der Schule, aus ihren Zukunftsplänen und ihren Träumen reißen würde. Oder sie konnte sich in der Situation Henrik ergeben. Und die Tür zu ihren Träumen aufhalten. Wie hatte sie sich auch nur in diese Situation gebracht? Selbst Schuld, dachte sie. Und wusste, sie hatte keine Wahl.

Henrik wartete. Er war angespannt bis zum Anschlag. Wie würde sich Regina entscheiden? War er zu weit gegangen? Dann glaube er, eine leichte Veränderung in ihrer Atmung zu hören. Und spürte, wie ihre Zungenspitze seine Finger umspielte. An ihnen entlang glitt. Ihre Lippen sanft an seinen Fingern saugten. Augenblicklich rauschte sein Blut in sein Glied.

Sein Glied versteifte sich noch mehr. Unwillkürlich schob Henrik seinen Unterkörper an ihren heran. Er spürte keine Gegenwehr. Während sie seine Finger liebkoste, ließ er seine linke Hand wieder zu ihrer Brust gleiten. Streichelte sie. Umspielte ihren Nippel. Glitt auf die andere Seite. Legte diese Brust frei. Er zog seine Finger aus ihren Mund. Er musste es einfach tun, es einfach spüren. Beide Hände legten sich auf ihre Brüste, drückten sie und zogen Regina an sich ran. Am liebsten hätte Henrik aufgestöhnt vor Leidenschaft. Er massierte mit Hingabe ihre Brüste. Da spürte er Reginas Hände, wie sie seine kreuzten. Wollte sie nun doch protestieren? Sie nestelte herum, dann spürte er, dass sie ihren BH drehte, um den Verschluss zu öffnen. Langsam ließ sie ihn zu Boden fallen. Zu sehr hatte er sie unter Henriks Behandlung eingeschnitten. Nun lagen ihre Brüste ganz frei. Henrik konnte nicht genug bekommen, streichelte diese gewaltigen Kugeln, zwirbelte leicht an den Nippeln und bemerkte, wie diese sich versteiften.

Er hatte kein Gefühl, wie viel Zeit vergangen war, seit dem sie im Schrank standen. Es konnten nur wenige Minuten sein, ihm kam es vor wie eine kleine Ewigkeit. Nachdem Regina ihre Gegenwehr eingestellt hatte, wurden seine Bewegungen und Berührungen sanfter. Er beugte seinen Kopf leicht vor und ließ seine Zunge über ihre Schultern kreisen. Er spürte deutlich, wie sie die Luft anhielt. Dann hatte er nur noch ein Ziel: den heiligen Gral!

Seine rechte Hand glitt langsam abwärts. Strich über den glatten Bauch. Strich über ihren Rock, legte sich auf ihren Oberschenkel. Dann raffte er mit der Hand langsam den Stoff nach oben. Wenige Sekunden später lagen seine Finger auf nackter Haut. Ihr Bein fühlte sich fantastisch an, weiche Haut, straffe Muskeln. Seine Hand glitt langsam auf den Innenschenkeln und nach oben. Nun lag sie auf ihrem Slip. Er ließ die Finger kreisen. Rückte noch etwas nach oben. Dann schoben sich zwei Finger in den Slip.

Wieder hörte er eine Veränderung in ihrem Atem. Ihre Hand glitt auf seine und hielt sie fest. Henrik ließ sich nun aber nicht halten. Nicht mehr. Seine Finger glitten tiefer. Er fühlte ihr Schamhaar. Nun steckte seine ganze Hand in ihren Slip. Seine Finger lagen auf ihrer Scham. Glitten tiefer. Formten sich zu einer Schaufel. Bohrten sich zwischen ihre Schenkel. Er fühlte ihre Schamlippen. Strich über sie weg. Kreiste. Drückte mit dem Zeigefinger. Spürte, wie dieser langsam eine Öffnung fand. Zog ihn zurück und drückte dann fester zu. Er drang ein kleines bisschen ein. Ihre Atmung wurde flacher. Wahnsinn! Hier stand er und hatte einen Finger in der Muschi von der super-schlauen, super-hübschen Regina!

In diesem Moment rückte Dr. Breuer hörbar mit seinem Stuhl nach hinten. Regina und Henrik erstarrten. Henrik zog erschrocken seine Hand zurück. Was hatte Dr. Breuer vor? Sie hörten, wie er Papier sortierte, etwas in eine Tasche schob und sich erhob.

"Haben wir alles? Meine Vergesslichkeit! So, nun mal los."

Durch die Schlitze der Schranktür sahen die beiden gebannt, wie ihr Lehrer auf die Tür zuschritt, sie öffnete und nach draußen trat. Sie hörten, wie er die Tür verschloss und seine Schritte sich entfernten. Dann war Stille.

Keiner von beiden bewegte sich. Unabgesprochen hatten beide Angst, Dr. Breuer konnte etwas liegen gelassen haben und nach wenigen Augenblicken zurückkehren. Sie warteten 3 Minuten. 4 Minuten. 5 Minuten. Regina spürte eine unendliche Erleichterung. Er war aus dem Büro! Das Drama könnte noch gut gehen! Sie blickte über ihre Schulter zu Henrik und deutete auf die Tür. Er nickte. Vorsichtig schob sie die Tür auf und trat heraus.

Ah, Bewegungsfreiheit. Henrik folgte ihr. Regina drehte sich zu ihm um. Und spürte auf einmal eine große Wut. Auf sich. Sich so in Gefahr zu bringen. Und noch vielmehr auf dieses Arschloch. Ihre rechte Hand flog in sein Gesicht. Aber Henrik, der schon so manche Schlägerei auf dem Sportplatz erlebt hatte, reagierte schnell und fing ihren Arm in der Luft ab.

"Hey, hey, hey, Vorsicht! Das letzte, was wir in diesem Büro gebrauchen können, ist eine kleine, aber laute Schlägerei."

Regina starrte ihn böse an, gab ihm aber innerlich Recht. Sie hob ihren BH aus dem Schrank, zog ihn durch den Ärmel ihrer Bluse, verschloss den BH und knöpfte die Bluse zu. In leisem Tonfall wollte sie auf ihn einschimpfen, was aber nicht sehr überzeugend klang:

"Wie kannst Du die Situation nur so ausnutzen? Was bildest Du Dir ein?"

Henrik wusste nicht, was er dazu sagen konnte und lächelte leicht gequält. Es war ja auch frech gewesen. Dann schoss ihm die Frage durch den Kopf, die ihn die ganze Zeit bewegt hatte.

"Wir beide brauchen nicht lange spekulieren, warum ich hier bin. Um meine Versetzung steht es nicht sehr gut. Aber was machst Du hier? Jahrgangsbeste?"

Das letzte Wort hatte er sehr bewusst betont. Regina schaute ihn gequält an.

"Ich habe nach den Klausuraufgaben geguckt", presste sie schließlich heraus.

"DU? Wozu brauchst Du die Aufgaben? Du schreibst doch eh eine gute Arbeit?"

"Eine gute, ja. Aber keine hervorragende. Die ganze Geschichte mit den Reaktionszeiten fällt mir schwer und ich habe so das Gefühl, Dr. Breuer will diesmal die Spreu vom Weizen trennen."

"Das Gefühl habe ich auch", merkte Henrik bitter an. "Aber ich bin die Spreu und Du bist der Weizen.".

"Das reicht aber nicht, diesmal nicht."

"Wieso?"

"Ich ..., ich will in die Staaten, dort studieren. Das geht aber nur über eine Empfehlung. Und mit einem Stipendium."

Henrik zog die Augenbrauen hoch: "Lass mich raten – und an dieser Schule ist Dr. Breuer Kontaktlehrer dieses Stipendiums?"

"Ja. Eben. Und ich habe recherchiert. Er hat in den letzten 10 Jahren nur zwei Schüler vorgeschlagen, die beide die Besten ihres Jahrgangs waren. Aber die auch beide Höchstnoten in Chemie hatten."

Im ersten Moment wollte Henrik den Kopf schütteln und Regina bemitleiden, wie sie wegen eines blöden Stipendiums sich so zum Affen machte. Dann dachte er aber an seinen Sport und seine Erfahrung, dass man sich Ziele setzen musste und dafür dann auch kämpfen. Notfalls mit allen Mitteln. Bevor er ihr einen zustimmenden Kommentar geben konnte, blickte sie ihn verzweifelt an.

"Das verstehst Du bestimmt nicht, aber für mich ist das absolut wichtig. Da hängt meine ganze Zukunft dran! Wenn das hier rauskommt, ist alles vorbei."

"Das stimmt", rutschte es Henrik heraus.

"Bitte, bitte, das darf keiner erfahren", flehte Regina.

"Du meinst also, der prollige Bolzer und schwachsinnige Freak hier sollte Dich decken", merkte er böse an.

Regina schaute noch verzweifelter. "Es tut mir leid. Sei nicht nachtragend. Das hier ist doch wichtiger!".

Henriks Gedanken kamen in Schwung. Wie in einem Spiel schaute er um sich und analysierte die Situation. Er brauchte die nötigen Punkte zur Versetzung. Regina brauchte ein Spitzenergebnis und eine Empfehlung. Dieselbe Regina, die er gerade im Schrank befummelte hatte. Und die sich sehr gut angefühlt hatte.

Sie mussten hier raus. Schnell. Bevor Dr. Breuer zurückkommen konnte. Wenn sie erst einmal aus dem Lehrerzimmer waren, war Regina bestimmt nicht mehr so verzweifelt. Sondern wieder selbstbewusst und bockig. Also, jetzt so nah wie möglich an den Strafraum, vorlegen, ausweichen und verwandeln!

"Mal sehen, Regina. Eine Hand wäscht die andere?"

"Was willst Du?"

"Einmal brauchen wir beide die Klausur. Dann willst Du meine Verschwiegenheit. Und ich", mit diesen Worten hob er seine Hand und strich über ihr Gesicht, "will Dich."

"Was?", stammelte Regina. "Erpresst Du mich?"

"Nein. Nur ein fairer Deal! Wir machen einfach da weiter, wo wir aufgehört haben."

"Niemals, Du perverser ...".

"Na na na, wer wird den da den Ast absägen, auf dem er sitzt".

"Wenn Du jetzt glaubst, Du hast mich für alle Zeit in der Hand, dann spinnst Du. Lieber verzichte ich auf mein Stipendium!"

"Das willst Du doch nicht. Und brauchst Du auch nicht. Ich rede nicht über alle Zeit. Ich rede nur über jetzt. Wir holen uns was wir brauchen, verbringen noch ein bisschen Zeit miteinander und dann geht jeder seine Wege. Und alles, was vorher passiert ist, vergessen wir beide. Nie wieder ein Wort, zu niemanden."

Regina zögerte.

"Du musst Dich aber schnell entscheiden. Jederzeit kann Breuer wiederkommen".

Henrik erhöhte bewusst den Zeitdruck. Mit Druck bekam man die meisten Spiele in den Griff.

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